All in für (Vor-)Schulkinder

Die Schlacht von Karlawatsch: Es ist Krieg

Wie beschreibt man Krieg ohne Kinder (die ihn nicht selbst erlebt haben) fassungslos über seine Brutalität zu hinterlassen und das Geschehen gleichzeitig durch ihr Auslassen nicht zu verharmlosen?! Heinz Janisch und Aljoscha Blau haben ein großartiges Buch erschaffen, das genau diese unglaubliche Leistung vollbringt. Feinfühlig, eindringlich und zeitlos könnte „Die Schlacht von Karlawatsch“ überall stattgefunden haben (oder stattfinden).

Juli tut Gutes: Teilen ist manchmal schwer

Bald “Rabimmel-rabammel-rambumm”t es wieder bei Umzügen im Lichtermeer. Vielerorts wird bei uns schon fleißig für das Laternenfest gebastelt. Und natürlich auch die Geschichte des Heiligen Martin gelesen. Manche nehmen sich die Nächstenliebe Sankt Martins so sehr zu Herzen, dass sie mit Flohmärkte für den Guten Zweck sammeln. So auch die Lehrerin von Juli. Nur Juli ist nicht besonders begeistert von der Idee Spielsachen für den Flohmarkt abzugeben.

Wie viel wärmer ist 1 Grad? – Klima und Klimawandel erklärt für Kinder

Wo ist der Unterschied zwischen Klima und Wetter? War das Klima auf der Erde immer dasselbe? Gibt es überall auf der Welt Jahreszeiten? Schon mal von der “Kleinen Eiszeit” gehört? Wie verändern wir Menschen das Klima? Das spannend und informativ von Kristina Scharmacher-Schreiber geschriebene und von Stephanie Marian wundervoll verständlich illustrierte Sachkinderbuch eignet sich schon, um Fragen von Vorschulkinder zu beantworten – und für Dino-Fans ist auch was dabei ;-)

Das Wetter erforschen mit Tinybop

Passend zum Jahreszeitenwechsel begeistert sich mein Sohn gerade für die Wetter-App von Tinybop. Besonders das Wind-Kapitel hat es ihm angetan. Dort kann man nämlich so starken Wind erzeugen, dass (Wirbel-)Stürme entstehen. Die App ist angenehm unaufgeregt gestaltet und lädt ohne große Vorgaben zum Entdecken ein. Wischen erzeugt Wind und Wolken, Tippen lässt Regenwolken und Schneeflocken entstehen.

Cleo: Vom Wegträumen und Freunde finden

Sassafras De Bruyn hat mit “Cleo” ein wunderbares Buch geschaffen, dass verträumte Kinder ernst nimmt und ihre Ängste und Stärken sieht. Cleo nimmt ihr Leben sehr bewusst wahr und sie weigert sich es so hinzunehmen, wie es ist. Dieses wundervoll illustrierte Mutmacher-Buch vermittelt nicht nur die Botschaft "Du bist richtig, so wie du bist” sondern auch “Du bist nicht allein”.

Anna und die Wut: Eine Lösung für große Gefühle?

Es gibt auch Bücher, da bin ich mir mit den Kindern nicht ganz einig ;-) Anna hat ein Riesen-Problem, ihre Wut, sie kommt ganz plötzlich und alle kriegen etwas davon ab – besonders Anna. Christine Nöstlinger beschreibt sehr detailliert wie Annas Wut aufsteigt und sich äußert. Damit und mit dem Name der Protagonistin (ein Herzensmensch meiner beiden heißt genauso) dürfte die wütende Anna die Herzen meiner beiden beiden erobert haben.

Tomatenrot: Über Ausgrenzung und den Mut, für andere einzustehen

Es beginnt recht harmlos: Ein Mädchen zeigt mit dem Finger auf einen Bub und stellt amüsiert fest “Du… du wirst rot”. Aus dieser kleinen Feststellung entsteht schnell eine Lawine an Bloßstellungen für Tom, den Jungen der rot wird. Die anderen Kinder tuscheln, lachen. Langsam eskaliert die Lage. Ein sehr niederschwelliges und gleichzeitig pointiert illustriertes Buch über Mobbing ist Jan De Kinder da gelungen. Zum Buch gibt es auch Begleitmaterial.

GRRRRR!: Über Wettbewerb, Konkurrenzdenken und Freundschaft

Bär Fred möchte “der beste Bär im Wald” sein, auch dieses Jahr hat er sich vorgenommen, den Wettbewerb zu gewinnen. Leider hat er dadurch keine Zeit für seine Freunde. Und dann kommt ihm auch noch der neu zugezogene Boris in die Quere, der stiehlt nämlich einfach sein “Grrrr!”. Das wundervoll plakativ gestaltete Bilderbuch von Rob Biddulph ist eine schöne kurzweilige Geschichte über Kampfgeist und Freundschaft. Mit seinen Übersetzungen der gereimten Zwei- bis Vierzeiler macht Steffen Jacobs den ehrgeizigen Bären alle Ehre.

Bruno hat 100 Freunde: Über virtuelle und reale Freundschaften

Nur 28 Seiten mit wenig Text und so viel Inhalt ;-) Das Buch über Bruno und sein gefundenes Smartphone von Francesca Pirrone wird, soweit ich gesehen habe, gern als kritisches Werk gegen Mediensucht und soziale Netzwerke verstanden. Ich finde, es bietet einige wichtige Zwischentöne, die einen wertvollen Beitrag zu mehr Medienkompetenz und zwischenmenschlicher Kompetenz leisten können: Denn es sind nicht die Dinge, die uns von (freundschaftlichen) Beziehungen abhalten.

Stinky & Dirty: Von Missgeschicken, Zuversicht und Zusammenhalt

Den Müllwagen Stinky und den Bagger Dirty verbindet eine abenteuerreiche Freundschaft, denn auf den Straßen von Go City ist immer etwas los. Gemeinsam – und mit “der Macht des Mülls” – helfen sie ihren Freunden aus der Patsche oder meistern Herausforderungen. Von den Missgeschicken, die ihnen dabei passieren, lassen sie sich nicht entmutigen oder den Spaß verderben. Gemeinsam schaffen sie es eigentlich immer – manchmal auch mit Hilfe ihrer großen Freunde. Eine wundervoll animierte Fernsehserie für Kinder, allerdings (leider) etwas Buben-lastig.

Puppen sind doch nichts für Jungen!

Der sympathische Picus-Verlag hat mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Eigentlich hatte ich eine Geschichte über einen Jungen erwartet, der gerne mit Puppen spielt und vielleicht die Schwierigkeiten beleuchtet, die sich ihm dadurch stellen. – Das Buch ist aber so viel mehr als das! Trotz der kurzen Texte und wenigen Seiten ist es eine facettenreiche Geschichte über unerwünschte Geschenke und “betriebsblinde” Erwachsene.

So ein Kack: Alles andere als kacke

Der Körper ist ja schon spannend, aber was da alles rauskommt ist pure Faszination. Zu unserem Glück hat Pernilla Stalfelt dieses Thema umfangreich und äußerst humorvoll illustriert. Neben kleinen braunen Würstchen in unterschiedlichen Formen, die sich auf dem Weg in die Kanalisation machen, finden hier auch Pups-Blubberblasen (unter Wasser) und Pups-Konzerte (auf dem Bett springend) Platz. Auch dass nicht jeder - vor allem Erwachsene - Kacke und Pupse so lustig findet, wird mit viel Witz thematisiert.

Ich bau mir einen großen Bruder: Ein Anatomie-Bastel-Geschwister-Buch

So ein großer Bruder wäre schon verlockend, findet Susa - besser jedenfalls als die Babyschwester, die vor kurzem eingezogen ist. Aber größere Geschwister sind ganz schön schwer zu kriegen, da muss Susa schon selbst anpacken. Schicht für Schicht arbeitet sich das Mädchen durch den Körper – von innen nach außen – bis der “große Bruder” alles hat was er zum Spielen gehen braucht.

Mein Körper gehört mir: Über Selbstbestimmung und selbstbewusstes Nein-Sagen

"Mein Körper gehört mir“ zeigt Situationen, in denen Clara Körperkontakt mag – zum Beispiel wenn sie sich Freunden balgt oder mit Papa oder Oma kuschelt. Genauso gibt es Situationen, in denen Clara nicht angefasst werden möchte – zum Beispiel zu doll gekitzelt werden oder einen dicken “Schlabberkuss” aufgedrückt bekommen. Das “Angreifen” muss an sich nicht zuerst etwas Verwerfliches sein, es genügt allein, dass Clara das nicht möchte. Es ist ihr Körper, ihr Gefühl, ihre Stimme. 

Vom Liebhaben und Kinderkriegen – Ein buntes Aufklärungsbuch für die Allerkleinsten

Aufklären mit 4? Warum nicht?! Die Themen schwirren hier sowie so die ganze Zeit herum: Freunde bekommen Babys, manchmal macht der (Körper-)Kontakt zu anderen Spaß, manchmal nicht. Und: Liebhaben und Kinderkriegen beginnt nicht erst mit Sex. Deshalb geht es in dem Buch “Von Liebhaben und Kinderkriegen” auch um die Sonnen- und Schattenseiten von Freundschaft und die vielfältigen Formen von Familie.

Willi Virus – Aus dem Leben eines Schnupfenvirus

Er hat alle Menschen gleich gern, egal ob Frau oder Mann, ob klein oder groß, ob berühmt oder unbekannt. Umgekehrt hat aber kaum jemand eine Freude mit ihm, er nervt und alle wollen ihn so schnell wie möglich wieder loswerden. Ein armer Kerl ist er, der Willi Virus – dabei hat er ganz schön spannende Geschichten zu erzählen, dieser kleine lästige Schnupfenvirus und viel Wissenswertes über den Körper und Krankheiten.

Playbrush: Warten auf den Zahnputz-Spaß

Warten auf den Zahnputz-Spaß ist bei uns irgendwie ein zentrales Motiv, wenn wir die Playbrush mit ihrem Kern-Angebot (Spiele und Auswertung) nutzen. Einerseits sind die Kinder mit bald 4 Jahren noch eher jung und sicher noch nicht die Kern-Zielgruppe, andererseits dauert es dann doch oft länger bis die App die Zahnbürste findet (wir nutzen zwei, das sorgt gern mal für Verwirrung) und oft genug streikt auch die korrekte Übertragung der geputzten Bereiche. Warum ich die Playbrush trotz aller Problemchen empfehlen kann, lest ihr hier.