Gefühle und Gefühlschaos

Gefühle sind nicht nur für (Klein-)Kinder eine Herausforderung, die Herausforderung begleitet uns alle wohl unser gesamtes Leben lang. Spätestens in der Autonomiephase (gerne auch "Trotzphase" oder später "Wackelzahn-Pubertät") merken viele Eltern was für ein Schwall an Gefühlen da erst mal geordnet werden muss – auch bei einem selbst.

Emotionale Kompetenz gehört aber zu den wesentlichen Entwicklungsaufgaben jedes Menschen und das schon von Anfang an: Bereits ein vier bis sechs Wochen altes Baby kann "Basis-Emotionen" wie Freude, Interesse, Überraschung, Ärger, Traurigkeit und Angst signalisieren und beginnt erste Strategien zu entwicklen, um unangenehmen Gefühlen nicht hilflos ausgeliefert zu sein. Im zweiten Lebensjahr kommen "sekundäre Emotionen wie Stolz, Schuld, Scham und Neid dazu" und das Kind entdeckt "dass Emotionen unterschiedliche Ursachen haben können". Wenn es sprechen lernt, wird auch das bewusste Bearbeiten dieser Emotionen und ihre Unterscheidung zwar leichter, aber viele Gefühle fühlen sich eben auch ähnlich an. Bis ein Kind seine Gefühle deutlich und differenziert zeigen und äußern kann bzw. Strategien entwickelt um seine Gefühle wirklich alleine bearbeiten zu können, dauert es 4 bis 5 Jahre und selbst dann werden oft noch die eigenen mit fremden Gefühle vermischt. (1., S. 50-52 ) 

Auch wenn wir Eltern schnell ein gutes Gespür für die Gefühlswelt unserer Kinder entwicklen, in unsere Kinder hineinsehen können wir auch nicht. Deshalb finde ich Bücher so wichtig, um meinen Kindern Themen und Begriffe näherzubringen, damit sie ihre Gefühlswelt selbst entdecken und ausdrücken können.

  1. Maike Rönnau-Böse und Klaus Fröhlich Gildhoff: Resilienz und Resilienzförderung über die Lebensspanne (2015)